Jahreskonzert 2018

Urbanissimo

12.Januar 2002
Hildthalle Weinsberg

vom 14.Januar 2002
Ausgabe
 Weinsberger Tal 
Bericht und Bilder von Karin Freudenberger

Beifallsstürme der Besucher für das Konzert des Gesangvereins “Urbanus” Wimmental
Gänsehaut und furiose Hymne

 

Einmal mehr wurde der Gesangverein “Urbanus” Wimmental seinem Ruf gerecht, ein Chorkonzert von höchstem Unterhaltungswert zu bieten. Einfach spitze - oder wie die Sänger selbst titelten “Urbanissimo” - wie man Chorliteratur aus mehreren Jahrhunderten in unterschiedlichen Sprachen und aus verschiedenen Kulturkreisen zu einer viel umjubelten Einheit mit raffinierten Inszenierungsgags zusammenfügte.

Dass der Gesangverein auch für die Zukunft gerüstet ist, zeigte der Auftakt mit den beiden Kinderchören. Die “Urbanus-Kids” präsentierten sich als Zirkusgruppe, die die Weit der Trapezkünstler, Zauberer oder Jongleure nicht nur besang, sondern auch pantomimisch darstellte. Für ihre flotte und einfallsreiche Show erhielten die Jüngsten offenen Szenenapplaus. Die Teenies der “Young Generation” zeigten, dass Dirigent Uli Dachtler sie mit Mehrstimmigkeit vertraut gemacht hat. Eindrucksvoll die gefühlvolle Ballade “Tears in heaven” oder “The lion sleeps tonight”.

Für Gänsehaut sorgte der Erwachsenenchor, der zur gesummten Melodie von “Conquest of Paradise” den abgedunkelten Saal der Hildthalle mit Teelichtern betrat. Auf der Bühne schwoll dann der Gesang an zu einer furiosen Hymne. Nach dem getragenen ersten Block mit kirchlichen Liedern folgten ein paar “Häppchen” Deutsch-Rock und ein Ausflug ins Spanische mit dem eindrucksvollen Solo “Viva Sevilla” von Bärbel Henle. Eingeladen zu dem Streifzug wurde das Publikum von Moderator Reinhard Siegl-Müther und einer seiner Marionetten, die im “Wiener Schmäh” das Programm kommentierte.

Weitere Ausflüge der temperament- vollen Weltreise gingen in die Karibik Harry Belafontes oder nach Schwarzafrika. Der “Stammesgesang” im afrikanischen Dorf veranlasste ein paar Mitglieder des Kinderchores, spontan zu tanzen. Über die “Champs Elysées” ging‘s weiter zum Romantiker “Du und ich im Mondenschein”. Rap-Comedy mit Daniel Mohr war angesagt bei der Verballhornung der Melodie “Wenn die Sonne erwacht in den Bergen”.

Action war an der Reihe beim Spiritual- und Gospelfinale mit Klassikern wie “Clap your hands” oder “This train”. Klar, dass die Sänger das Publikum aufforderten beim “Moving up” kräftig mitzumischen.
Nach “We are the world” gab‘s Beifallsstürme, “standing ovations” und lautstarke Zugaberufe. Da hatten Dirigent Uli Dachtler und seine Sänger die größte Überraschung des Abends parat, als eine feierliche Interpretation des “Halleluja” erklang. Die Zuschauer honorierten nicht nur sängerische Leistungen.

Bewundernswert auch die Vielsprachigkeit vom Englisch über Spanisch und einem schwarzafrikanischen Dialekt bis hin zum verballhornten “Deutsch-Französisch”. Schließlich fiel auch die Altersstruktur auf. Noch immer sind einige “Oldies” dabei, die seit Jahrzehnten ihrem Urbanus die Treue halten. Zu ihnen gesellen sich viel gesangsstarkes “Mittelalter” und auch viele junge Stimmen im Schüleralter. Also eine Mischung, die sonst im Chorleben andernorts kaum zu finden ist.

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